Überlegungen, Überzeugungen, Q’s und A’s

Bela 22.4.2016

Solidarische Ökonomie

Ein fast schon trendiges Stichwort, wird gerne von BesucherInnen bei Rundgängen/Infoveranstaltungen ins Spiel gebracht/als Frage gestellt.
Tatsächlich beschäftigen wir uns mit allerlei Konzepten und Ideen rund um diesen Begriff und sind gespannt darauf, was sich in der Richtung auf dem Gelände entwickeln wird. Und selbstverständlich sollte jedes ökonomische Vorgehen immer ein solidarisches sein.
Zuerst geht es bei uns aber darum, allen Möglichkeiten zu geben, solidarisch zu sein, indem wir zu fairen und letztlich für jeden erschwinglichen Konditionen Platz und Mitwirkung ermöglichen.
Und Solidarität benötigt ja auch immer die Möglichkeit, solidarisch sein zu können – und nicht nur Empfänger von Solidarität zu sein.

 

Gemeinschaft

Wir wollen diesem Wort keine überhöhte Bedeutung zuweisen. Gemeinschaft entsteht immer dort, wo sich mindestens zwei Menschen nahe sind. Desweiteren kann es Gemeinschaft geben mit Gleichgesinnten, auch wenn sie nicht in der Nähe sind. Oder mit Menschen, denen unsere Solidarität gebührt: Menschen in Not, in politischen Kämpfen, in künstlerischer Auseinandersetzung oder sonstiger Aktivität.
Gemeinschaft ist für uns kein geeigneter Begriff, um die Lebens- und Arbeitsweise eines solchen Projektes zu beschreiben, wir sprechen hier lieber vom Dorf, da hier selbstbestimmt und frei agiert werden soll und nicht nach den Gesetzen einer Lebensgemeinschaft (die in kleineren Einheiten natürlich möglich wäre bzw. so und so zustande kommen wird).

 

Freiraum

Menschen brauchen Räume und Orte, um denken zu können, um sich etwas vorzustellen, was es so (noch) nicht gibt, um regelmäßig Distanz zum kapitalistischen Alltagsgeschehen aufbauen zu können. Deshalb soll dies auch ein öffentlicher Ort werden, mit Platz für nicht konsumierbare Freizeitgestaltung, mit Platz für kulturelle Projekte aller Art.
Freiraum heißt für uns nicht in erster Linie, dass alle Projektbeteiligten sich einfach allen Platz nehmen können, den sie gerade brauchen, sondern in oben beschriebenem Sinne meinen wir damit mehr.

 

Linkes Projekt

Solidarität ist immer links. Links ist es auch, die Not zu erkennen, unsere Lebensweise in so weit zu verändern, dass wir den Schaden, den wir damit andernorts auf diesem Erdball anrichten, zumindest massiv reduzieren.
Rechts oder konservativ ist die Position zu glauben, dass früher alles besser war, dass eine Welt ohne Maschinen und Arbeitsteilung, ohne Geschlechtergerechtigkeit und -debatte, ohne Globalisierung Patchworkfamilien die bessere sei.
Insgesamt fatal sind die Auswirkungen der Kapitalakkumulation, nicht die der modernen Medizin.
Links bedeutet für uns auch, an Modellen für die Zukunft zu arbeiten, Modelle, die mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit zulassen. Diesen Anspruch beziehen wir nicht nur auf unser Gelände, auch deshalb wollen wir kein abgeschlossenes, alternatives „cooles“ Projekt für „coole“ Leute sein, sondern offen für die Zukunft.

 

Esoterik und Verschwörung

Warum Menschen immer wieder glauben, was nicht erklärbar ist, ist wohl nie zu Ende zu klären. Das metaphysische Defizit klafft in allen Szenen und Teilen der Gesellschaft. Dies ist ein interessantes Phänomen und darf im privaten oder künstlerischen Bereich gerne diskutiert und betrachtet werden.
Auf der Projektebene ist dafür allerdings kein Platz. Genausowenig wie in der Politik. Hier gilt: was nicht argumentierbar ist, kann auch nicht Gegenstand einer Debatte sein. Projekt heißt Praxis, hier zählen Fakten, Vergleiche und Argumente. Glaubensfragen und Verschwörungstheorien, Meditation und sonstige Rituale gehören ins Private.

 

to be continued …

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