So kann es weiter gehen! – What happens next

Team

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Ein Gebäudeensemble am Waldrand, mitten in Strausberg, der „grünen Stadt am See“, dahinter ein riesiges Waldgebiet. Strenge Plattenbauarchitektur, morbide Zeugnisse des Kalten Krieges, Zwergschafe, Hochbeete, moderne Bauten aus Lehm und Stroh … Kino, Theater, Waldbiergarten … und drum rum Wald, Wald, Wald, Seen und das ganze nicht weiter als 45 Minuten von Berlin-Alexanderplatz entfernt.

Die „Andere Welt“ war unser Ansatz – ist das was hier entstehen soll.

Wir haben nun lange gerungen mit den Gegebenheiten, haben viele, viele Menschen über das Gelände geführt, um heraus zu finden, was hier wie statt finden kann und sollte.

Die Vorstellungen haben sich nun konkretisiert. Erste Projekte sind in Angriff genommen worden, es geht nun los. Es ist uns fortan nicht mehr möglich für alles und jeden offen zu sein, aber wie wir ja auch wissen, ist für alles offen sein gleichbedeutend mit nicht ganz dicht :-).

Offen allerdings bleiben wir, offen für Einsteiger bei uns, Aussteiger aus dem Trott des neoliberalen Gleichklangs der alltäglichen Lebensgestaltung und offen für alle, die längst oder seit kurzem wissen, dass Veränderung da anfängt, wo das Tun wesentlich wird.

„Der Unternehmer heißt Unternehmer, weil er was unternimmt. Der Arbeiter heißt Arbeiter, weil er arbeitet. Würden die Arbeiter was unternehmen, müssten die Unternehmer arbeiten.“

So klang eine frühe Krautrockband namens „Floh de Cologne“, damals in den frühen Siebzigern – wir sollten der Namensgebung keine weitere Beachtung schenken, der Satz umschreibt aber dennoch aufs herrlichste, um was es hier, in der „Anderen Welt“, gehen könnte:

Wir nehmen unser Wirtschaften selbst in die Hand, weil es unsere Arbeit ist, weil es unsere Kreativität, unsere Lebenszeit ist, weil wir uns mit diesen Qualitäten nicht länger dem alles bestimmenden Kapitalanreicherungsgrundsatz unterwerfen wollen.

Wir richten unsere Kritik nicht gen irgendwelche ominöse Bankiers und andere personalisierte Player der Weltwirtschaft, sondern gegen das Prinzip der Kapitalakkumulation.

Mit unserem Gelände wollen wir beginnen, indem wir es eben dem entziehen. Finanzieren werden wir es, aber der Spekulation entziehen.

Wir suchen niemanden, der oder die die Schuld an den Missständen lieber einzelnen Amerikanern, Muslimen, Russen oder gar Bankiersfamilien in die Schuhe schieben will, wir suchen Leute, die wissen, dass sie immer auch mit schuld sind, solange sie von all dem profitieren, was wir weltweit mit unserer Lebensweise anrichten, die versuchen wollen Stück für Stück ein bisschen mehr dem Irrsinn der Marktrealität zu entfliehen, die aber auch realistisch genug sind einzuschätzen, dass sie die Welt nicht ändern können, nur, dass sie es wohl versuchen müssen. Ja, wir verstehen uns als „linkes“ Projekt.
Konkret bedeutet dies für alle, die jetzt noch nicht davon gelaufen sind:

Neubauten

  • Durch den Bebauungsplan, auf den wir uns mit der Stadtverwaltung geeinigt haben, wird es ab Ende nächsten Jahres möglich sein 50-70 unterschiedliche „Lebens- und/oder Arbeitseinheiten“ zusätzlich zu dem jetzigen Bestand neu zu errichten. Ganz direkt am Waldrand, mitten in diesem wundervollen Projekt kann dies als Wohnungseigentümergemeinschaft oder genossenschaftlich organisiert verwirklicht werden. Die künftigen „BauherrInnen“ erwerben einen Teil des dann gemeinsamen Grundstückes und planen und bauen gemeinsam das, was sie für ihr Leben, das ihrer Familien und für ihre Arbeit brauchen. Ausgewiesen als Mischgebiet wird hier sowohl nichtstörendes Gewerbe als auch Wohnen gestattet sein.
    Andererseits bieten wir allen Interessierten an, bestehende Gebäude oder Teile davon zu übernehmen, um es dann als Atelier oder Wohnung oder, oder zu nutzen … vom Zimmer im Hausprojekt bis zum freistehenden Werkstattgebäude ist so manches dabei, was erworben werden kann, so sich das gemeinsame Interesse an einer „Anderen Welt“ herausstellt …
    In welcher Rechtsform und in welcher gemeinschaftlichen Lebensweise die künftige Bewohnerschaft ihr zusammenleben gestaltet und organisiert, bleibt dabei den Menschen selbst überlassen. Grundvoraussetzung sind dabei die Grundsätze unserer Präambel, sowie selbstverständlich die Einwilligung in eine nichtrekommerzialisierbare Eigentumsstruktur. Spekulation steht hier auf keinen Fall zur Diskussion.
    Preislich wird sich das ganze in einem Bereich abspielen, der es vielen möglich machen wird, sich hier ein Stückchen Zukunft zu bauen.
    Bei Interesse oder Fragen bitte an uns wenden!
    dach
  • Die Schauspielerin Melanie Seeland und die Bühnenbildnerin Tine Müller arbeiten an einem Konzept das sich auf dem Gelände befindliche ehemalige Wasserwerk in eine lebendige Kulturstätte zu verwandeln. Bei so einem Vorhaben werden immer MitstreiterInnen und vor allem UnterstützerInnen gesucht. Für die Konzeptentwicklung läuft derzeit eine Crowdfundingkampagne, die gleichzeitig aufzeigt, wohin die Reise gehen soll. Ein Blick zu Startnext dürfte deswegen erhellend sein.
    Neben dem Wasserwerk bieten sich viele Open-Air-Flächen auf dem Gelände für Veranstaltungen aller Art an.
    Wer weitergehendes Interesse hat, melde sich bitte direkt bei Melanie.

Lichterkette

  • Aus der Betreiberschaft der ehemaligen Kultkneipe „Freies Neukölln“ in Berlin-Neukölln heraus, entsteht auf dem Gelände der „Anderen Welt“ eine „Wald+Wirtschafts eG“, die künftig die ehemalige Wache als Gaststätte betreiben wird, zudem einen Biergarten am künftigen zentralen „Dorfplatz“ im Wald vor dem Bunker einrichten wird und last but not least das Erdgeschoss des zentralen Verwaltungsgebäudes als Hostel, bzw. Übernachtungsbetrieb für Seminare und Workshops betreiben wird. Ebenso ein Zeltplatz für 50 Zelte, 15 Hütten o.ä. und 5 Baumhäuser werden dieser Genossenschaft angegliedert.
    15 Gästezimmer, ein großer Seminarraum und andere für den Betrieb des Übernachtungsbetriebes notwendige Räume sind bereits hergerichtet.
    Wer Interesse hat hier GenossIn zu werden, gerne auch mit weiterführenden Ideen, von BierbrauerInnen, GestalterInnen, 3D-DruckerInnen, oder, oder, oder bis hin zu KöchInnen und KellnerInnen, melde sich bitte bei Antje.

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  • Unser Wald ist besonders; jeder Wald ist besonders, unserer eben auch. Auf unserem Gelände ist es allerdings die Mischung aus der in den Wald unwiderruflich mit aberwitzigem Aufwand eingebrachter Historie des Kalten Krieges, der Mischung aus absurd angelegten Kiefernplantagen und jahrzehntelang naturnah belassenen Mischwaldgebieten.
    Einerseits stellt sich uns hier die Aufgabe die Kiefernmonokulturen sinnvoll in Laubwald zurück zu verwandeln – dies könnte im ersten Schritt bspw. mittels Kirsch-, Hollunder, Schlehen- und anderer Waldfrüchte Anbau geschehen.
    Die andere Strecke besteht darin im Rahmen eines oder mehrerer Pfade durch die entsprechenden Biotope zum einen die Geschichte des Ortes und zum anderen die Bedeutung des Waldes darzustellen. Hier sind wir uns gewiss: Dies kann nur Kunst. Mit Kunst ist in diesem Falle sicherlich nicht Szenografie gemeint, oder andere Formen der pseudoartistischen Ausstellungsmacherei, sondern hier orientieren wir uns ganz an Homer, der zu Beginn unserer Kulturgeschichte in seiner „Schildbeschreibung“ Unglaubliches geleistet hat: Die Darstellung vom Leben eines ganzen Volkes, in Krieg und Frieden, durch alle Jahreszeiten, was alles der göttergleiche Schmied Hephaistos auf einem einzigen Schild, dem Schild des großen Achilleus, verewigt, soll uns hier Vorbild sein. Das Leben der Kleintiere im Wald, Abertausende sind es, die sich in einem totem Stamm tummeln, bspw.. Eine „Miniatur-Serengeti“, spielt sich hier direkt vor uns ab, Tausende von Lebewesen, die sich in beinhartem Überlebenskampf auf einen toten Stamm stürzen …
    Hierauf wollen wir den Blick des Besuchers lenken, und zugleich den Wald als Erlebnis- und Rückzugsort gestalten.
    Bedenken wir nun noch zudem, was für uns „Deutsche“ Wald bedeutet … Canetti hat beschrieben, dass die Deutschen die Armee so lieben, weil sie der marschierende Wald ist, Ernst Jünger riet zum „Waldgang“ … und dann die Kalte-Kriegs-Geschichte des Ortes mit all dem Beton im Wald, den nur zur Tarnung gepflanzten Kiefern usw.
    Ja, hier ist Kunst gefragt, wenn es darum gehen soll, diese Komplexität der Materie einzufangen, um dem Besucher des Geländes einen einzigartigen „Waldlehrpfad“ zu bieten. Wer Lust hat daran mitzuarbeiten, wende sich bitte an Matthias.
  • Der künftig geltende Bebauungsplan des Geländes wird es uns ermöglichen 15 Baumhäuser als Wochendend- und Ferienhäuser zu errichten. Interessenten wenden sich bitte an Matthias.
  • Auch die derzeit vorhandene Baustruktur bietet zahlreiche nutzbare Räume, die man entweder als Werkstatt, Atelier, Tonstudio usw. nutzen kann. Hier ist es einerseits möglich sich in anregender Atmosphäre günstig einzumieten, oder aber für verhältnismäßig sehr wenig Geld Eigentum zu erwerben. Sei es ein Zimmer in einem TipTop-Plattenbau, eine Werkstatt im „Garagentrakt“, oder, oder, oder.garten
  • Einen Gemüsegarten haben wir auch. Wenn auch aufgrund der riesigen Waldfläche  der Anbau auf Feldern nicht möglich ist bei uns, so sind dennoch alle Konzepte des „Urban Gardenings“ auf großer Fläche letztlich möglich. Auch hierüber lässt sich ein Einstieg in unser Projekt denken. Wendet euch damit vertrauensvoll an Kai.
  • Teil unserer Finanzpläne basieren auf dem Plan besondere Produkte in der „Anderen Welt“ herzustellen und zu vertreiben. Eine schöne Lampe ist bereits entworfen: das elektrische Schwedenfeuer. Weiterhin produzieren unsere Schafe Wolle, wir haben Holz im Wald, Metallgestalter in Werkstätten, schonmal die ersten Bienenbeuten, eine Nähmaschine und eine junge Frau mit Alternativmarkterfahrung…
    Wer hierzu Ideen hat, helfen möchte den Vertrieb aufzubauen, und sich gemeinsam mit uns darüber Gedanken machen möchte, wie sich all dies in „solidarisches Wirtschaften“ verwandeln lässt, melde sich bitte bei uns!
  • Oder aber Ihr kommt als Gäste zu uns! Mietet euch eines unserer wunderschönen Gästezimmer, fürs Wochenende, oder für länger, um uns kennen zu lernen, um ein Buch zu schreiben, um Bilder zu malen, oder schlicht nur, um „mal raus zu kommen“!

 

A cluster of buildings at the forest’s edge in the heart of Strausberg, the „green lake city“,
surrounded by forest.  Austere prefabricated architecture bearing macabre witness to the Cold War, Breton Dwarf Sheep….flowerbed borders, modern strawbale and clay buildings…. a cinema, a theatre, a forest beer garden… and everywhere forest, forest, forest and all just 45 minutes from Berlin Alexanderplatz.
Creating a „Andere Welt“  (meaning: a different world) is the vision which we want to make reality here.
We have struggled long enough with the circumstances on site.  We have shown many, many people the location and grounds, in the search for what can and should happen here.
The ideas are now concrete.  The ground work for several projects has already been laid.  Now it’s time to get started.  We are no longer wide open for anything and everyone, but that can be a good thing – because as you know, a project like a building needs solid foundations, walls and a roof to keep out the wind and rain :-).
Open we remain however, open for newcomers, dropouts from the conformity of the daily grind of neoliberal life and open for all those who have long since known or have just realised, that change begins, where action is taken.
„The word ‚entrepeneur‘ comes from the word entre-prendre to under-take.  The worker is called a worker, because he works. Would the workers undertake to do something, then the entrepreneurs would have to work“
This is a paraphrase of a song by the German rockband „The Flea of Cologne“ from back in the early 70s – forget the band name, the quoted song text emphasises wonderfully what could happen in the „Different World“:
We take our production into our own hands, because it is our labour, our creativity, our time, our life, because we no longer want to subjugate all these to the all-dominant principle of capital accumulation.
We direct our criticism not against some ominous bankers and other individual players in the global economy, but against the principle of capital accumulation.
With our site, we want to start by withdraw. We will finance our site, but we will withdraw from the economy of speculation.
We’re not looking for those, who like to blame existing conditions on individual Americans, Muslims, Russians or even bankers‘ families, we are looking for people who know that they are always also to blame as long as they profit from all the damage which we inflict on others worldwide with our lifestyle, those who want to try – step by step – to escape from the madness of the markets, but who are also realistic enough to work out that they cannot change the world, but who will go ahead and try anyway.
Yes, we do see ourselves as a left-wing project.
That means practically for all those who haven’t run off by this point and are still interested:
The development plan, which we have agreed upon with the city administration, allows for the construction of 50-70 different „Living- and/or Working Units“ in addition to those currently standing on the site.  These can be built directly on the edge of the forest, in the middle of this wonderful project, by people organised as a housing or building owners association or as a housing or building cooperative.
Alternatively, we offer those interested the option of taking on existing buildings or parts of buildings, to use them as artist studios or appartments or…. from a room in the house project to the free-standing workshop building, there are a sizeable number of spaces available where the common interests of a „Different World“ can be realised…
The future inhabitants are free to choose how they wish to design and in which legal form they wish to organise the available space. The principles of our preamble are basis and prerequisite, as well as agreeing to an ownership structure which cannot be recommercialised. Speculation is forbidden and this is non-negotiable.
Prices will be structured in such a way that it’s possible for many people to create a piece of future here.
If you are interested or have any questions, please contact us.

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