Entwicklungsgeschichte

Im Laufe der Entwicklung des Areals in den letzten Jahren trat immer mehr in den Vordergrund, wie vielfach aufgeladen das Gelände durch seine Historie ist.
Anfangs sind wir lange davon ausgegangen, dass die Planungen für die kommenden Nutzungen vorrangig umzusetzen sind. Dies stellte sich als Irrtum heraus, da die geschichtlich geschichteten Schichten sich nicht ignorieren lassen, sondern quicklebendig in Köpfen, Beton und unter der Erde geistern. Der Ort will transformiert sein, bevor seine Zukunft beginnt.
Zu Zeiten der DDR wurde das Gelände unter strengster Geheimhaltung errichtet und hinter mehreren Zaunreihen betrieben. Was darauf getrieben wurde, war den meisten unbekannt, und unter den Zeitzeugen kursieren sich wild widersprechende Geschichten – Desinformation als Mittel der Verschleierung. Gemeinhin werden durch das Geheimnis Orte bedeutender, gewichtiger für die Stadt und seine Bevölkerung.
Nach dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten geriet auch dieses Gelände erstmal in Vergessenheit. Aufbruch, Aufregung, die erforderte Neuaufstellung zahlreicher Lebenspläne und selbstverständlich das Überflüssigwerden der gesamten Anlage sorgten für ein Dahindämmern der dann von der Deutschen Telekom AG verwalteten Grundstücke.
Mit der Veräußerung an die derzeitigen Eigentümer*innen und der Aufnahme und Veröffentlichung der Planungen erinnerten sich viele an den Ort, einige verbanden gar die „gute, alte“ DDR damit und brachten sie somit auch leibhaftig an den Ort zurück, der Zukunft ignorant abgewandt …
Auf der Suche nach Mitstreiter*innen wurde auch und vor allem die historische Altlast immer wieder zum Unruheherd, die Interessenslage der Interessenten blieb häufig umnebelt wie die Geschichte des Ortes … selbst erklärte Linksradikale, die die kritische Betrachtung der DDR-Geschichte für Holocaustrelativierung halten, Esoteriker, die den Wald mit Halbedelsteinen heilen wollten, Prepper mit Milchvorräten für die nächsten Jahrzehnte unterm Bett … rechte Spinner zu erkennen und draußen zu lassen, ist leicht – linke Staatstreue zu einem abgewickelten Reich versteckt sich geschickt hinter der Solidaritätsfahne …
Viele der Mühen, die mit der Entwicklung des Geländes verbunden sind, lassen sich letztlich auch auf diesen historischen Zusammenhang zurückführen.
Klar wurde uns mit den Jahren, dass die Geschichte immer Teil des Ganzen sein wird, Schicht für Schicht erfolgt die Transformation des Ortes über die Schaffung von Öffentlichkeit.