Die ANDERE WELT in Strausberg: Idee, Konzeption, Struktur, Planung

 

Diese Seite wird derzeit überarbeitet!

Wir sind demnächst mit aktuellen Informationen wieder für euch da.

(Kontakte s. unten)

 

aufsicht002

 

Eine große Waldfläche inmitten der Stadt Strausberg.
Die Spuren des Kalten Krieges sichtbar
und in den Wald hinein betoniert.
Auf davon geprägten Flächen entwickelt sich
ein Quartier, in dem gelebt, gearbeitet, gegessen,
geschlafen, geträumt und gedacht werden darf.
Einzig der Wald ist dabei der Imperativ.

die Andere Welt Bühne:
Gute Orte haben ein Theater. Hier ist jetzt eins.
Ein Theater für und in Strausberg und darüber hinaus. Das ehemalige Wasserwerk, eine entkernte Halle mit baulichen Erweiterungsmöglichkeiten, wird von einer Gruppe Theaterschaffender als Theaterraum entwickelt.

Wohnen am Stadtwald:
Der Name ist Programm.
Vorne die S-Bahn, hinten der Wald. Dazwischen entstehen Häuser. Häuser im Verbund.
Für Familien oder andere Zusammenhänge.

Schmorpost:
Die einladende Geste zuerst.
Unsere Gaststätte am Eingang des Geländes als Treffpunkt für Anwohner*Innen, Strausberger*Innen, Feierabendbiertrinker*Innen. Geliebt für gutes Essen und gute Gespräche – oder einfach für’s Spaß haben.

Heizhaus:
Die Keimzelle.
Auf der einen Seite das Möbeldesign aus eigens geernteten Bäumen, auf der anderen Seite die Honigverarbeitung der eigenen Imkerei und dazwischen die Entwicklung anderer Betriebsstrukturen. Hier probieren wir es aus! Ernsthaft.

Fabriketagen:
Räume, die Freiräume sind. Was Fabriketagen früher waren: Viele Quadratmeter in alle Richtungen und Wände, wie und wo man sie gerade braucht für Kunst und Lebenskunst. Nur am Waldrand statt im Hinterhof.

Denkmalblick
Die etwas andere Straße.
Die einst errichtete Versorgungsbebauung für Telekommunikation sticht hier hervor. Den Auftakt macht die ehemalige Wache, anschließend der Hügel über dem Öllager, der hochwertige Plattenbau, weiter zur Bunkeranlage … Dieser Blick bleibt und erinnert.

*****

Andere Welt
Garzauer Str. 20, 15344 Strausberg
anderewelt.org

Akteur*innen, Unternehmungen, Kontakte:

die Andere Welt Bühne:
Wasserwerk Kulturstätte gUG
wasserwerk-theater.com
wasserwerk@anderewelt.org

Waldwirtschafterei GmbH:
Gästezimmer
Info Gästezimmer Andere Welt
gaeste@anderewelt.org
Holz & Holzdesign, Honig
waldwirtschafterei.de
post@waldwirtschafterei.de
Catering “Schmorpost”
schmorpost@waldwirtschafterei.de

Andere Welt eG:
Vermietung ehemaliges Verwaltungsgebäude, Garagen
genossenschaft-anderewelt@systemli.org

Midria e.V.:
Projekte zur ganzheitlichen Teilhabe
midria.de

Gesellschaft für Bedeutungslosigkeit:
Wald- und Denkmalpflege
wald@anderewelt.org

und andere …

*****

Das gesamte Projekt-Gelände an der Garzauer Str. 20 in Strausberg umfasst knapp 28 ha; es handelt sich um ein altes Fernmeldeareal mit mehreren Bestandsbauten um einen großen Bunker, in einem weitgehend intakten Laubmischwald gelegen, das 2013 von der Telekom AG (als Rechtsnachfolgerin der DDR-Post) veräußert wurde. Nicht zum fraglichen Gelände gehören ein Altbau (die ehemalige Fernmeldestelle 1) und die Halle des Sanitärgroßhandels Braun.

Derzeitiger Eigentümer des Geländes ist Matthias Merkle, der mit anderen die Entwicklung des Geländes als Wohn-, Gewerbe-, Kultur- und Naturprojekt seit 2013 anstrebt und vorantreibt.
Es geht dabei um zweierlei: die Übergabe des bebauten und weiter zu bebauenden Geländeteils in die Verantwortung einer kollektiven Struktur zur Weiterentwicklung als selbstverwaltetes „experimentelles Dorf“ mit Wohn-, Kultur- und Gewerberaum für ca. 100 Persoenen. Das umgebende Waldgebiet soll mit dieser Weiterveräußerung ökonomisch befreit werden, d. h. sein Anschaffungswert wird mit dem Verkauf des Wohn- und Gewerbegebiets mitbestritten, um den Wald zugunsten seiner ökologischen Entwicklung ökonomisch zu entlasten. Eine relativ dicht besiedelte Fläche steht dann einem großen naturbelassenen Erholungswald gegenüber; diese Struktur folgt sehr genau der vorgefundenen Biotopstruktur und verzichtet auf weitere Versiegelungen von Waldboden.

Grundlage der geplanten künftigen Nutzungen ist der Bebauungsplan, der derzeit mit der Stadt Strausberg aufgestellt wird, und der das bebaute und zu bebauende Areal als Misch- und Wohngebiet ausweist, einhergehend mit der Änderung des Flächennutzungsplans, mit dem die Waldfläche als solche festgestellt wird.

Geplant und in Vorbereitung ist die Aufteilung des gesamten Geländes in die Verantwortung mehrerer Unternehmen und Gesellschaften, die miteinander kooperieren.

Der Waldverein: Gesellschaft für Bedeutungslosigkeit e.V.
Der größte Geländeteil (ca. 25 ha) ist Wald. Geschuldet der historischen Nutzung als staatliches Sonderfernmeldenetz der DDR ist das Gebiet seit den 70er Jahren forstwirtschaftlich weitgehend unberührt geblieben. Der ökologisch hervorragenden Entwicklung des Laubmischwaldes soll auch in Zukunft Vorschub geleistet werden. Der Verein wird sich um diese Pflege kümmern und daneben Möglichkeiten ausloten, die ökologische Qualität und die Kalter-Krieg- Historie innerhalb des Erholungswaldes für alle Interessierten auch mit kulturellen und künstlerischen Mitteln erfahrbar zu machen.
In Ergänzung des Gesamtentwurfes einer „Anderen Welt“ wird der Verein die Entwicklung der Waldfläche und seiner inneliegenden Gebäude und Ruinen vor allem als Freiraum vorantreiben und unterstützen. Jenseits des alltäglichen Verwertungs- und Optimierungswahns entstehen hier Orte, Räume und Situationen, in denen sowohl das Denken als auch der Diskurs frei spinnend und unabgeschlossen passieren können.

Das Theater: Wasserwerk Kulturstätte gUG / die Andere Welt Bühne
Das ehemalige Wasserwerk, eine entkernte Halle mit baulichen Erweiterungsmöglichkeiten, wird seit 2015 von einer Gruppe Theaterschaffender und Aktivist*innen als Theaterraum entwickelt. Im Mittelpunkt einer politisch motivierten Konzeption steht die Installation eines Ortes, der seine spezielle Lage – im Wald, in Strausberg, in der Nähe von Berlin – selbst thematisiert.

Die ersten Gewerbebetriebe: Waldwirtschafterei
Im Aufbau befinden sich bereits einige Gewerbebetriebe, die sich den Gegebenheiten des Geländes und den Interessen der ersten Anlieger*innen verdanken und derzeit nach entsprechenden kollektiven Gesellschafts- und Unternehmensformen und der rechtlich sinnvoll konstruierten Kooperation mit der Genossenschaft und den Vereinen suchen: ein Hostel mit zu entwickelndem eigenen Seminar- und Workshopprogramm, eine Imkerei, eine Holzwerkstatt mit eigenem Sägewerk. In Planung ist eine Gastwirtschaft, denkbar eine Gärtnerei, ein Hofladen, ein Marktbetrieb. Anderes mag sich entwickeln.

Die Genossenschaft: Andere Welt eG
Ein Teil der bereits bebauten und versiegelten Geländes an der Garzauer Straße wurde an die in Gründung befindliche Genossenschaft verkauft: zwei Bestandsbauten, das ehemalige Verwaltungsgebäude und der Garagentrakt. Zweck der Genossenschaft ist die Zurverfügungstellung von preiswertem Wohn- und Gewerberaum; es werden den Mitgliedern Räume überlassen mit dem Ziel, individuelle Lebensqualität dauerhaft preiswert zu sichern.

Imperativ Wald

Eine große Waldfläche inmitten der Stadt Strausberg.
Die Spuren des Kalten Krieges sichtbar und in den Wald hinein betoniert.
Auf davon geprägten Flächen entwickelt sich ein Quartier in dem gelebt, gearbeitet, gegessen, geschlafen, geträumt und gedacht werden darf.
Einzig der Wald ist dabei der Imperativ.

Entwicklungsgeschichte

Im Laufe der Entwicklung des Areals in den letzten Jahren trat immer mehr in den Vordergrund, wie vielfach aufgeladen das Gelände durch seine Historie ist.
Anfangs sind wir lange davon ausgegangen, dass die Planungen für die kommenden Nutzungen vorrangig umzusetzen sind. Dies stellte sich als Irrtum heraus, da die geschichtlich geschichteten Schichten sich nicht ignorieren lassen, sondern quicklebendig in Köpfen, Beton und unter der Erde geistern. Der Ort will transformiert sein, bevor seine Zukunft beginnt.
Zu Zeiten der DDR wurde das Gelände unter strengster Geheimhaltung errichtet und hinter mehreren Zaunreihen betrieben. Was darauf getrieben wurde, war den meisten unbekannt, und unter den Zeitzeugen kursieren sich wild widersprechende Geschichten – Desinformation als Mittel der Verschleierung. Gemeinhin werden durch das Geheimnis Orte bedeutender, gewichtiger für die Stadt und seine Bevölkerung.
Nach dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten geriet auch dieses Gelände erstmal in Vergessenheit. Aufbruch, Aufregung, die erforderte Neuaufstellung zahlreicher Lebenspläne und selbstverständlich das Überflüssigwerden der gesamten Anlage, sorgten für ein Dahindämmern der dann von der Deutschen Telekom AG verwalteten Grundstücke.
Mit der Veräußerung an die derzeitigen Eigentümer*innen und der Aufnahme und Veröffentlichung der Planungen erinnerten sich viele an den Ort, einige verbanden gar die „gute, alte“ DDR damit und brachten sie somit auch leibhaftig an den Ort zurück, der Zukunft ignorant abgewandt …
Es traten auf ein linker Kommunalpolitiker mit berüchtigter Schwiegermutter, selbst erklärte Linksradikale, die die kritische Betrachtung der DDR-Geschichte für Holocaustrelativierung halten, Esoteriker, die den Wald mit Halbedelsteinen heilen wollten, Prepper mit Milchvorräten für die nächsten Jahrzehnte unterm Bett … rechte Spinner zu erkennen und draußen zu lassen ist leicht, die linken Reichsbürger verbergen ihre Staatstreue zu einem abgewickelten Staat recht erfolgreich …
Klar wurde uns mit den Jahren, dass die Geschichte immer Teil des Ganzen sein wird, Schicht für Schicht erfolgt die Transformation des Ortes.

Vorhaben

Gibts!