Das gesamte Projekt-Gelände an der Garzauer Str. 20 in Strausberg umfasst knapp 28 ha; es handelt sich um ein altes Fernmeldeareal mit mehreren Bestandsbauten um einen großen Bunker, in einem weitgehend intakten Laubmischwald gelegen, das 2013 von der Telekom AG (als Rechtsnachfolgerin der DDR-Post) veräußert wurde. Nicht zum fraglichen Gelände gehören ein Altbau (die ehemalige Fernmeldestelle 1) und die Halle des Sanitärgroßhandels Braun.

Derzeitiger Eigentümer des Geländes ist Matthias Merkle, der mit anderen die Entwicklung des Geländes als Wohn-, Gewerbe-, Kultur- und Naturprojekt seit 2013 anstrebt und vorantreibt.
Es geht dabei um zweierlei: die Übergabe des bebauten und weiter zu bebauenden Geländeteils in die Verantwortung einer kollektiven Struktur zur Weiterentwicklung als selbstverwaltetes „experimentelles Dorf“ mit Wohn-, Kultur- und Gewerberaum für ca. 100 Persoenen. Das umgebende Waldgebiet soll mit dieser Weiterveräußerung ökonomisch befreit werden, d. h. sein Anschaffungswert wird mit dem Verkauf des Wohn- und Gewerbegebiets mitbestritten, um den Wald zugunsten seiner ökologischen Entwicklung ökonomisch zu entlasten. Eine relativ dicht besiedelte Fläche steht dann einem großen naturbelassenen Erholungswald gegenüber; diese Struktur folgt sehr genau der vorgefundenen Biotopstruktur und verzichtet auf weitere Versiegelungen von Waldboden.

Grundlage der geplanten künftigen Nutzungen ist der Bebauungsplan, der derzeit mit der Stadt Strausberg aufgestellt wird, und der das bebaute und zu bebauende Areal als Misch- und Wohngebiet ausweist, einhergehend mit der Änderung des Flächennutzungsplans, mit dem die Waldfläche als solche festgestellt wird.

Geplant und in Vorbereitung ist die Aufteilung des gesamten Geländes in die Verantwortung mehrerer Unternehmen und Gesellschaften, die miteinander kooperieren.

Die Genossenschaft: ANDERE WELT eG
Der bereits bebaute und versiegelte Teil des Geländes an der Garzauer Straße (ca. 30.000 qm) wird an die in Gründung befindliche Genossenschaft verkauft. Zweck der Genossenschaft ist die dynamische, abgesicherte Zurverfügungstellung von preiswertem Wohn- und Gewerberaum; es werden den Mitgliedern Grundstücke und Räume überlassen mit dem Ziel, individuelle Lebensqualität dauerhaft preiswert zu sichern und qualitativ hochwertige Gemeinschaftsflächen und -räume (Garten, Werkstätten etc.) zu schaffen. Freiraum und politisch-ökologischer Anspruch sollen sich in der unternehmerischen Unabhängigkeit der Genossenschaft von gesellschaftspolitischen Gegebenheiten einlösen und das Areal wirtschaftlicher Spekulation entziehen.

Grundlegende Idee ist, durch die Vergabe von Erbaurechten für Grundstücke, die nur der Grundfläche der zu errichtenden und der Bestands-Gebäude entsprechen, mit dem Verzicht auf private Abstandsflächen zugunsten der Gemeinschaftsflächen die Baukosten für die Genoss*innen niedrig zu halten und beides zu befördern: die individuelle, diskrete Selbstbestimmtheit und den großzügigen genossenschaftlichen Möglichkeitsraum.

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Der Waldverein: Gesellschaft für Bedeutungslosigkeit e.V.
Der verbleibende Geländeteil (ca. 25 ha) ist Wald. Geschuldet der historischen Nutzung als staatliches Sonderfernmeldenetz der DDR ist das Gebiet seit den 70er Jahren forstwirtschaftlich weitgehend unberührt geblieben. Der ökologisch hervorragenden Entwicklung des Laubmischwaldes soll auch in Zukunft Vorschub geleistet werden. Der Verein wird sich um diese Pflege kümmern und daneben Möglichkeiten ausloten, die ökologische Qualität und die Kalter-Krieg- Historie innerhalb des Erholungswaldes für alle Interessierten auch mit kulturellen und künstlerischen Mitteln erfahrbar zu machen.
In Ergänzung des Gesamtentwurfes einer „Anderen Welt“ wird der Verein die Entwicklung der Waldfläche und seiner inneliegenden Gebäude und Ruinen vor allem als Freiraum vorantreiben und unterstützen. Jenseits des alltäglichen Verwertungs- und Optimierungswahns entstehen hier Orte, Räume und Situationen, in denen sowohl das Denken als auch der Diskurs frei spinnend und unabgeschlossen passieren können.

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Das Theater: Wasserwerk gUG
Das ehemalige Wasserwerk, eine entkernte Halle mit baulichen Erweiterungsmöglichkeiten, wird seit 2015 von einer Gruppe Theaterschaffender und Aktivist*innen als Theaterraum entwickelt. Im Mittelpunkt einer politisch motivierten Konzeption steht die Installation eines Ortes, der seine spezielle Lage – im Wald, in Strausberg, in der Nähe von Berlin – selbst thematisiert. Erste Projekte sind bereits in Planung.

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Die ersten Gewerbebetriebe: Wald-Wirtschaft
Im Aufbau befinden sich bereits einige Gewerbebetriebe, die sich den Gegebenheiten des Geländes und den Interessen der ersten Anlieger*innen verdanken und derzeit nach entsprechenden kollektiven Gesellschafts- und Unternehmensformen und der rechtlich sinnvoll konstruierten Kooperation mit der Genossenschaft und den Vereinen suchen: ein Hostel mit zu entwickelndem eigenen Seminar- und Workshopprogramm, eine Imkerei, eine Holzwerkstatt mit eigenem Sägewerk. In Planung ist eine Gastwirtschaft, denkbar eine Gärtnerei, ein Hofladen, ein Marktbetrieb. Anderes mag sich entwickeln.

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Die nächste Info-Veranstaltung findet am Sonntag, den 23.4.2017, um 12.00 Uhr, statt.

Garzauer Str. 20, 15344 Strausberg.

Wir bitten um Anmeldung unter:
info@anderewelt.org

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